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Baptistengemeinde Thalwil
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Information über die Taufe bei den Baptisten

Gedanken zur Taufe

           Taufe am Zürichsee Juli 2007 (Bildergalerie dazu am Ende der Seite)

Taufe am Zürichsee Juli 2007

 

Die Taufe ist seit der Zeit des Neuen Testaments ein Kennzeichen der christlichen Kirche. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich verschiedene Auffassungen über die Taufe, ihren Charakter, ihr Ziel, ihren Inhalt und nicht zuletzt über den Zeitpunkt ihrer Durchführung im Leben eines Menschen. Oft genug entzündeten sich Kämpfe und Verfolgungen an der Frage der Taufe - besonders zur Zeit der Reformation.
Die Baptisten sind eine der christlichen Freikirchen, die ihre Wurzeln in der Täuferbewegung zur Zeit der Reformation haben.
Die Taufe ist eine Sichtbarmachung vor menschlichen Zeugen, dass im Leben eines Menschen der Glaube an Jesus Christus wirklich und tief Fuss gefasst hat. Sie ist ein Bild dafür, dass die Vergebung der Sünden und die Verleihung des Ewigen Lebens in Jesus Christus im Leben des glaubenden Menschen stattgefunden hat. Demzufolge wird die Taufe bei den Baptisten an Menschen vollzogen, die Rechenschaft über ihren Glauben ablegen, ihren Glauben also selbst bezeugen können.
In neutestamentlicher Zeit und in der Alten Kirche - in manchen Kirchen und christlichen Gemeinden bis heute - wird die Taufe in der Regel durch Untertauchen des ganzen Menschen im Wasser gespendet. Diese Praxis vor Augen, kann Paulus in Röm 6,3-11 von einem »Eingetauchtwerden in Christus« sprechen, einem »Mitsterben (des alten Menschen) mit ihm«.
Die Taufe setzt beim Täufling Glauben (Mk 16,16; Apg 2,41; 18,8) und Umkehr (Apg 2,38; 3,19; 17,30; 26,20) voraus und ist nicht »übertragbar«.
Wir führen immer wieder Gesprächsabende über die Taufe durch. Dabei werden folgende Themen miteinander besprochen und diskutiert:

  • 1. Abend: Ich will mich taufen lassen ! – Warum?
  • 2. Abend: Was sagt eigentlich die Bibel über die Taufe?
  • 3. Abend: Was passiert eigentlich bei der Taufe?
  • 4. Abend: Getauft – und jetzt?
  • Ort: Kapelle, Archstrasse 4, 8800 Thalwil
  • Idealerweise findet die Taufe zwischen dem dritten und vierten Abend statt.


Wer sind die Teilnehmer?

Die Gesprächstreffen stehen allen offen, die sich

  • ein Bild davon machen wollen, was die Bibel über die Taufe sagt. 
  • über die baptistische Taufpraxis informieren wollen.
  • aktuell mit dem Gedanken befassen, sich taufen zu lassen.
  • schon haben taufen lassen und anderen gerne darüber berichten wollen.

Es besteht kein Taufzwang. Die Gesprächsabende können auch einfach so besucht werden.

Die Bibel als Gottes Wort

Geleitet durch die Erhellung durch den Heiligen Geist ist die Schrift DIE Referenz für Christen, wenn es um Lehre und Leben geht. Dazu muss sie gemeinsam gelesen werden. Und weil alle den Heiligen Geist haben, muss in den Fragen der Übereinstimmung bei den Überzeugen gemeinsam so lange gerungen werden, bis Einigkeit gefunden wird.

Die Gemeinde der Gläubigen

Kirche ist gestiftet von Jesus Christus und setzt sich zusammen aus Menschen, die gläubig sind und die sich selbst frei und willig dazu entschieden haben, zu glauben und dieser Gemeinschaft der Glaubenden anzugehören. In diese Gemeinschaft werden nun andere eingeladen. Auf diesem Weg als Gemeinschaft sprechen sie von ihrem Glauben in Mission, Evangelisation und Diakonie.

Die Taufe auf das Bekenntnis des Glaubens hin

Entschiedene Nachfolger Jesu bezeugen ihr verändertes Leben öffentlich durch die Taufe, die dem Bekenntnis ihres Glaubens folgt. Dies ist Antworten auf das Reden Jesu in ihr Leben hi-nein. Die sichtbare Konsequenz dieses Aktes ist die Zugehörigkeit zur Gemeinde vor Ort, weil das Leben in der Nachfolge sichtbare Unterstützung durch andere Nachfolgerinnen und Nachfolger braucht.

Das allgemeine Priestertum aller Gläubigen

Die Gemeinde lebt das allgemeine Priestertum aller Gläubigen. Es sind die Menschen und nicht ihre Titel, um die es die in den Gemeinden geht, die diese Überzeugung leben. Denn diese Überzeugung heisst, das Gott sein Reich auf dieser Erde mit Menschen baut, die er in die Gemeinde beruft, die ihr Leben von ihm berühren und verändern lassen, und nicht mit Religions-, Glaubens- und Kirchenfachleuten. Diese Menschen versuchen einander zu tragen, einander zu unterstützen, so gut es ihnen möglich ist, und gemeinsam nach dem Willen Gottes zu fragen.

Die Selbständigkeit der Ortsgemeinde

Jede Gemeinde verwaltet ihre Angelegenheiten vor Ort selbst. Das Denken, der Glauben und das Selbstverständnis der Gemeinde wird von der Gemeinde durch das gemeinsame Schriftstudium und das gemeinsame Hören auf Gott im Ringen um das gemeinsame Miteinander er-rungen. Die sich versammelnde Gemeinde bildet eine Kongregation. Teilen nun mehrere solche Kongregationen ihre Überzeugungen, können sie sich auch entscheiden, das Prinzip, wie sich die Gemeinde vor Ort verwaltet, auf eine Anzahl von Gemeinden hin anwenden und als Gemeinden beschliessen, einen Verbund von Gemeinden zu bilden, der nach dem Prinzip der Kongregation aufgebaut ist.

Die Glaubens- und Gewissensfreiheit

Wer für sich beansprucht, frei den Glauben und frei die Art der Versammlung wählen zu können, gesteht dies anderen auch zu. Sogar denjenigen, die nicht dieselbe Überzeugung und Auffassung, nicht denselben Glauben vertreten. Solche Gemeinden und Verbunde von Gemeinden treten dafür ein, dass kein Staat und keine Religionsgemeinschaft den Menschen vorschreiben darf wie, wann und wo sie zu glauben hätten. Deshalb ist es die Überzeugung solcher Versammlungen und Gemeinden, dass die Kirche und Staat getrennt sind und sie sich dafür einsetzen, dass die Glaubens- und Gewissensfreiheit für alle Menschen gilt. 


Diese Überzeugungen werden auch „baptist principles“ genannt. Sie sind diejenigen Kennzeichen, an denen Baptisten aus aller Welt zu erkennen sind.
In der Geschichte führte dies dazu, dass die Baptisten eine aktive Rolle in der Gesellschaft und im Staat einnahmen. Weil sie den Menschen in seinem Menschsein ernst nahmen und ihm eine Freiheit in allen Entscheidungen seines Leben zugestehen, setzten sie sich dafür ein, dass dies allen Menschen gilt und kein anderer Mensch oder eine Kirche oder einen Organisation oder ein Staat die Menschen in ihren Entscheidungen bevormunden, unterdrücken, manipulieren oder zwingen dürfen.
Sie wurden "zum linken Flügel der Reformation". Baptisten engagierten sich in der jeweiligen Gesellschaft, in der sie lebten, als Salz und Licht für das Evangelium und seine Nachfolger.
Baptisten unterscheiden sich daher von den Gemeinschaftsbewegungen des 18. und 19. Jahrhunderts, die tendenziell zurückgezogener von der Welt ihr Christsein lebten und leben und die vor allem Wert auf die innere Glaubenswirklichkeit im Menschen legten.
Dieses Engagement der Baptisten war und ist nicht immer erwünscht in der Gesellschaft. Denn - und hier macht sich die Bezeichnung linker Flügel der Reformation bemerkbar – Baptisten traten und treten radikaler, offensiver in Politik und Gesellschaft auf als andere kirchliche Gemeinschaften. Der Preis für ihr Engagement für die Menschen ist, dass die Gemeinden und ihre Mitglieder bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts schikaniert und verunglimpft, ihre Kinder bei der Ausbildung benachteiligt und sogar einzelne Mitglieder auf der Strasse verprügelt wurden – im aufgeklärten Europa des 19. Jahrhunderts notabene.
Und die Geschichte dieses Zweigs der weltweiten Gemeinde Gottes wird weiter geschrieben...